Der SMfit Chair - Der Wolturnus Basket mit Sitzschale

bewährtes und neues

 

Rollstühle für Rollstuhlbasketball haben sich seit ungefähr fünfzehn Jahren nicht mehr verändert. Die Aluminium- bzw. Legierungsbauweisen (Eine Legierung ist ein Metall, dass aus der Verschmelzung aus zwei oder mehreren Metallen entstanden ist. So ist Bronze beispielsweise eine Legierung aus Kupfer und Zinn.) werden hier und da geändert und beeinflussen Gewicht und Festigkeit, jedoch bleibt das Setup eines Rollstuhlbasketballstuhls ungefähr gleich – zwei große Antriebsräder, zwei kleine Frontrollen und ein bis zwei Stützrollen hinten.

In den 80er und 90ern spielte man noch ohne Stützrollen, ohne Neigung in den Antriebsrollen oder sogar einem Abweisbügel vorne am Stuhl. Die Sportler mit Handicap und somit auch die Sportart Rollstuhlbasketball entwickelten sich vom Rehasport zum athletischen Teamsport. Man brauchte nun am Sportgerät, dem Rollstuhl, Stützrollen hinten um sich weiter hinauslehnen zu können sowie einen Abweisbügel vorne, da man mit mehr ”Rollstuhlkontakt” spielte und bis heute so spielt.

 

Ich selbst habe auch bereits solche Innovationen  im Setup der Basketballrollstühle miterlebt. Als ich anfing, spielte ich noch mit einem alten und schweren Rollstuhl ohne Kippschutz oder geschweige denn  einem Abweisbügel vorne. Später hatte ich dann auch einen leichteren Rollstuhl und die notwendigen Änderungen um in der 1. Bundesliga dementsprechend aufräumen zu können. Die großen Fortschritte in meinem Spiel machte ich freilich durch mehr Training sowie Übungen und Meditation.  Allerdings war für mich die größte mechanische Innovation, dass man anfing Gurte am Sportgerät anzubringen. Hierdurch konnte man die kinetische Energie des Körpers fast direkt auf den Rollstuhl übertragen. Neue Optionen der Bewegung im Sportrollstuhl waren plötzlich das ”Tilten”, was das Balancieren auf einem Antriebsrad beschreibt um größer zu werden sowie das mit der Hüfte Lenken und darüber hinaus das seitwärts Springen. Man konnte jedoch  nicht die komplette kinetische Energie des Körpers auf den Rollstuhl transferieren. Dieser Gedanke ließ mich nicht los und ich witterte eine neue Innovation im Bereich des Rollstuhlbasketballs. Was wäre, wenn man die Bewegunsleistung meiner Hüften oder Beine komplett auf den Rollstuhl bringen könnte, fragte ich mich? Inspiriert durch mein Monoskigerät mit einer Sitzschale darauf dachte ich mir, dass man dieses System mit dem ich beim Skifahren schöne Schwünge auf der Piste machen kann auch beim Basketball nutzen könnte um auch  schöne Schwünge auf dem Basketballfeld zu machen.

 

Meine Partnerfirma Wolturnus half mir bei der Fertigung dieser idee

Pro - Warum schon

  • Sehr kompakt am Körper
  • Geringes Druckstellenrisiko
  • Hohe Stabilität während der Fahrt
  • Hohe Stabilität beim Wurf
  • Bequem
  • Bessere Polstermöglichkeiten in der Schale
  • Für "Lowpointer" sehr gut geeignet

Fazit

Ich habe die neue Sitzschale ausprobiert und muss sagen, dass es teils gut, teils schlecht ist. Die Seitwärtsbewegung ist besser und es sitzt alles viel steifer und kompakter am Körper. Für "Lowpointer," also Rollstuhlbasketballer ohne bzw. wenig Rumpfstabilität (so nennt man all’ die, die mit weniger als 3 Punkten im Rollstuhlbasketball klassifiziert sind) und richtige Paraplegiker eine gute Sache. Ich bin der Meinung, dass Druckstellenrisiken minimiert werden, da sich der Druck auf eine größere Fläche in der Schale verteilt, verglichen mit einem normalen Sitz in welchem die Rückenrohre in den Rücken drücken.

Allen ”Highpointer,” also Rollstuhlbasketballer mit Rumpfstabilität oder/und Beinfunktionen (so nennt man all’ die, die mit mehr als 3 Punkten im Rollstuhlbasketball klassifiziert sind) würde ich davon abraten. Alles ist kompakt und sitzt fest. Das von mir Bemängelte, dass die kinetische Energie im Transfer von Mensch auf Rollstuhl verloren geht, ist hier nicht mehr der Fall und gut solange man sich alleine bewegt. Wenn allerdings Rollstuhlkontakt mit einem anderen Spieler passiert, wünsche ich mir eine "Pufferzone." Sonst geht die kinetische Energie auf die Knochen, weil sie sonst nirgends hin kann. Bei einem Zusammenprall mit anderen Spielern war es immer der Rollstuhl, der sich etwas unter mir verschoben hat und nun war es meine Hüfte. Da das Trägheitsmoment allerdings auch in meinem Körper wirkt, habe ich mir so ziemlich böse den Nacken geprellt bei einem ganz harmlosen Zusammenstoß. Die Wirkungskette von den Rädern über die kompakt sitzende Sitzschale über meinen Rücken endete im Nacken. Mehrere Physiotherapiebehandlungen waren nötig um meinen Nacken wieder zu rehabilitieren. Die reflektionäre Körperspannung bei einem Aufprall war in meinem Fall nicht von Vorteil. Die Muskeln haben angespannt und die Wirbel der Wirbelsäule mussten darunter leiden. Andererseits sehe ich bei ”Lowpointern,” die die reflektionäre Körperspannung in den unteren Extremitäten nicht derartig haben von Vorteil. Die gute Seitenführung und Stabilität bringt Vorteile durch die Sitzschale.

Letzten Endes muss es jeder selbst entscheiden und es mag auch "Highpointer" geben, die mit dieser neuen und etwas anderen Lösung zurecht kommen. Ich werde für mich eine Lösung zwischen Bewährtem und Neuem finden.

 


SMfit-chair

Ich bin gespannt auf eure Meinungen und wer sich wirklich für einen solchen SMfit-Chair entscheidet. Wer würde gernen einen SMfit-Chair ausprobieren?

Email: sebastian@smfit.de


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